Der Atem stärkt die Lebensenergie

Der Atem ist vom ersten bis zum letzten Augenblick unseres Lebens unser treuester Begleiter und ein harmonischer Atemrhythmus die Grundlage für körperliches und seelisches Wohlbefinden. Er stärkt unsere Lebensenergie, schenkt innere Harmonie und Ausgeglichenheit und unterstützt individuelle Entwicklungsprozesse.

Die Methode und das Ziel

 

 

Die Atempädagogik auf Grundlage der Middendorf-Methode ist eine sanfte und sehr effektive Methode mit dem Atem zu arbeiten. Dabei wird der Mensch in seiner Ganzheit von Körper, Geist und Seele angesprochen und Wohlbefinden, Vitalität, Regenerationsfähigkeit aber auch Persönlichkeitsentfaltung, Kreativität und Selbstausdruck gestärkt.

 

Belastungen, Traumen, längere Krankheiten und ungünstige Gewohnheiten rufen oft Verspannungen, Unbehagen und unfreies Atmen hervor. Falsche Atemmuster bleiben sogar dann noch bestehen, wenn es uns eigentlich wieder besser geht. Einzelne Körperregionen und Organe werden in ihren Funktionen aber beeinträchtigt und unterversorgt. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Verdauungs-, Kreislauf- oder Schlafstörungen können die Folge sein. In der Atempädagogik können diese „Blockaden“ bewusst wahrgenommen und wieder gelöst werden. 

 

Einfache Atem- und Bewegungsübungen richten den Körper auf, machen ihn geschmeidiger, elastischer und beweglicher, damit sich die Schwingungen des Atems gut in alle Richtungen ausbreiten können. Über achtsam durchgeführte Bewegungen, Streichungen, Klopfungen, Berührungen und durch die Kraft der Stimme wird der Atem  gefördert und für den Klienten erfahrbar gemacht, mit dem Ziel ihn wieder frei und ausgewogen fließen zu lassen. Nebenbei entsteht mehr Körperbewusstsein, Kraft, Vitalität, Lebensfreude aber auch Ruhe und Gelassenheit.

Wie arbeitet die/der AtempädagogIn?

 

Das Übungssetting – Einzel oder in der Gruppe

 

Im Übungssetting wird vor allem sitzend auf einem Hocker und stehend gearbeitet. Manchmal auch auf einer Matte am Boden.  Dabei wird der Atem über Achtsamkeit, Berührung, Bewegungsangebote und den Einsatz der Stimme angesprochen. Im Nachspüren kann die Wirkung jeder Übung genau wahrgenommen werden. Der anschließende verbale Austausch dient der ganzheitlichen Integration des Erfahrenen.
Je öfter einzelne Übungen im Alltag von den KlientInnen selbstständig durchgeführt werden, desto nachhaltiger sind Wirkung und Erfolg. Vielfach können diese Übungen gerade dort – und ohne aufzufallen – ausgeführt werden, wo sie gerade gebraucht werden: am Arbeitsplatz, am Computer, beim Warten, vor einem Gespräch usw.

 

Das Behandlungssetting – Einzel

 

Im Behandlungssetting liegt die KlientIn bekleidet in Rücken- oder Bauchlage auf einer Behandlungsliege. Die AtempädagogIn nimmt über die Hände Kontakt mit dem Atemgeschehen der KlientIn auf und bietet unterschiedliche Interventionen an. Dazu zählen Halt geben, Dehnungen und Druck, feine Schüttelungen sowie passives Bewegen von Gelenken und ganzen Körperbereichen. Die KlientIn wiederum begleitet den Prozess in Achtsamkeit, wodurch sie bewusst Reaktionen und Wirkungen ganzheitlich wahrnehmen kann. Zwischendurch und vor allem im Anschluss an die Behandlung findet ein verbaler Austausch über die Erfahrungen und Wirkungen statt.

Ergänzend zu den Einzelbehandlungen können den KlientInnen auch Übungen (siehe Übungssetting) für den Alltag empfohlen werden.

Für wen ist die Atempädagogik von Nutzen?

 

Für Menschen jeden Alters, die Wohlbefinden, Gesundheit, Persönlichkeit und kreativen Ausdruck eigenverantwortlich entwickeln und stärken wollen.

 

 

1. Zur Gesundheitsförderung

 

  • Belastungen des Alltags können auf allen Ebenen ausgeglichen werden,
  • Krisen in besonderen Lebenssituationen bewältigt,
  • gesundheitserhaltende Widerstandskräfte und
  • Ressourcen gestärkt sowie
  • Lebensqualität und ganzheitliches Wohlbefinden gefördert werden.

 

2. Komplementär zur ärztlichen Behandlung

 

  • bei Atemwegserkrankungen wie Asthma, COPD, Emphysem, Fibrose u. a.
  • Funktionsstörungen des Nervensystems wie Nervosität, Angstgefühlen, depressiver Verstimmung, Schlaflosigkeit, Kurzatmigkeit, flacher Atmung, Migräne, psychogenen Kopfschmerzen, Verspannungen, nervösen Herzbeschwerden, vegetativ bedingten Störungen des Verdauungsapparates u. A.
  • speziellen Belastungssymptomen, wie Posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS), Stresssymptome und Burnout
  • Dysfunktionen des Bewegungsapparates, wie Haltungsdefizite, Ungelenkigkeit, Hypermobilität u. A.
  • Hypertonie und Hypotonie
  • chronischen Schmerzen
  • bei Stimm- und Sprechproblemen

 

3. In der Schwangerschaft

 

  • Schwangerschaftsbegleitung
  • Geburtsvorbereitung

 

4. Zur Persönlichkeitsentwicklung 

 

  • Selbsterfahren auf ganzheitlicher Ebene
  • Verdeutlichen und Stärken von individuellen Talenten und Potenzialen
  • Unterstützen von Veränderungsprozessen

 

5. Zur Stärkung des kreativen Ausdrucks 

 

  • Entwickeln von Spontaneität
  • Stärken individueller Ausdruckskraft – speziell auch bei Menschen aus künstlerischen Bereichen, und ganz besonders bei jenen, bei denen der Atem eine tragende Rolle spielt, wie bei Sängern, Schauspielern, Blasinstrumentespielern u. A.

Meine Atempädagogische Aus– und Weiterbildung

 

Akademischer Lehrgang zur akademischen Atempädagogin, fh gesundheit / Hall in Tirol/Wien, 2009- 2011

 

 

Atemspezifische Fortbildungen

 

„Atempädagogik bei Stress und Trauma“ Norbert Faller Institut, 2012

„Atemarbeit bei Depressionen“ Norbert Faller Institut, 2012

„Atempädagogik bei Ängsten“ Norbert Faller Institut, 2012

„Atem-Bewusstheit“ Erika Kemmann-Huber, 2012

„Atembehandlung“ (Einzelunterricht im Liegen) Norbert Faller Institut, 2012

„Atempädagogik bei Asthma und COPD“ Eva Lea Glatt, 2013

„Intentionale Behandlungsarbeit“ Dr. Karoline von Steinaecker, 2013

„Atempädagogik mit besonderen Fokus auf Arme, Beine und Kopf“, Madeleine Gfäller Lichti, 2014

Atempädagogik für Schwangere und Gebärende“, Hannah Rausch, 2014

„Rhythmus ist erlebte Zeit“, Bettina Sawall, 2015

„Atem und Bindungsmuster“, Stefan Bischof 2016

„Diaphragma und Stimme“, Letizia Fiorenza 2016

„Von der Bewegung zur Stille – Atemmeditation“, Astrid Schünemann 2017

„Atempsyhotherapeutische Aspekte in der AP“, Stefan Bischof 2017

„Atem bewegt“, Juerg Roffler 2018

„Atempädagogik bei Borderline Persönlichkeitsstörung“, Stefan Bischof 2018